Das Continental-Radteam Run&Race-solar-pur im Renneinsatz bei Slezanski Mnich in Polen und beim deutschen Eröffnungsrennen in Zusmarshausen.

Wenn ein Radrennen den Beinamen das „polnische Paris-Roubaix“ trägt, wissen Fahrer und Fans gleichermaßen: Hier wird nicht nur gegen die Konkurrenz gekämpft, sondern auch gegen die Elemente und das Material. Beim diesjährigen Slezanski Mnich über 148,2km bewies das Team Run&Race-solar-pur eine beeindruckende Moral und sicherte sich durch eine geschlossene Mannschaftsleistung ein Top-10-Ergebnis in einem der härtesten UCI-Eintagesrennen Osteuropas.

Von der ersten Minute an herrschte im Peloton eine nervöse Stimmung. Auf dem anspruchsvollen Parcours aus Asphalt, Gravel-Sektoren und Kopfsteinpflaster war jeder Meter hart umkämpft. Die endgültige Selektion erfolgte schließlich in den Gravel- und Kopfsteinpflastersektoren: Rissige, unebene Betonplatten, staubige Schotterpisten und grobes Kopfsteinpflaster trieben Mensch und Maschine an die Belastungsgrenze und sprengten das Feld in zahllose Gruppen.

Das ganze Rennen über zeigte das Team Run&Race-solar-pur großen Zusammenhalt und taktische Reife. Zehn Kilometer vor dem Ziel formierte sich der „Run&Race-solar-pur-Express“. Die Sprintkapitäne Nicola Schleuniger und Sverre Litlere wurden von ihren Teamkollegen aus dem Wind gehalten und gegen Attacken abgeschirmt. Drei Kilometer vor dem Ziel folgte der entscheidende Lead-out: Sverre Litlere pilotierte Nicola Schleuniger auf Position fünf in die letzte Kurve. Nicola Schleuniger zündete im Zielsprint den Turbo und sicherte sich den dritten Platz aus dem Hauptfeld, was im hochkarätig besetzten Fahrerfeld den neunten Gesamtrang bedeutete. Auch die weiteren Platzierungen unterstreichen die Teamstärke: Luis Strasser wurde 35., Sverre Litlere 38. und Bastian Dietl 52. Der nach seinem Sturz heroisch kämpfende Paul Germer komplettierte das Ergebnis als 70.

Bleibt noch anzumerken, dass wir für das Rennen extra den Schwalbe Pro One 365 Reifen, 32 mm Breite, montiert hatten und damit auch das einzige Team waren, die ohne Reifendefekt das Rennen beendeten.

„Vom Rücken bis zum kleinen Zeh tut alles weh“, hieß es nach dem Rennen aus Teamkreisen. „Aber genau solche Tage machen den Unterschied. Das Ergebnis zeigt, dass wir als Team perfekt funktionieren.“

Am selben Tag startete die andere Hälfte beim Eröffnungsrennen der deutschen Radsportsaison in Zusmarshausen. Auch hier schnitt das Team Run&Race-solar-pur sehr erfolgreich ab. Michael Peter und Andrin Züger verschärften in der zweiten von vier Runden am Berg das Tempo. Das Feld zerfiel daraufhin in zwei Gruppen. Michael Peter und Tobias Kreuzer übernahmen die meiste Führungsarbeit und hielten das Tempo hoch. Bei der letzten Überfahrt des ungefähr einen Kilometer langen Schlussanstiegs attackierte Andrin Züger erneut und setzte sich zusammen mit zwei anderen Fahrern von der ersten Gruppe ab. Im Schlusssprint erreichte Züger einen hervorragenden zweiten Platz. Tobias Kreuzer als 23. und Michael Peter als 26. komplettierten das Ergebnis.

Lange Zeit zur Erholung bleibt nicht. Der erfolgreiche Start in die Saison und die mannschaftlich geschlossenen Leistungen dienen den Fahrern als Motivation für die nächsten Rennen: Bereits nächste Woche stehen die Tour de Allgäu, die Tour of Bosnia und Belgrade Banjaluka auf dem Programm, wo das Team an die starke Form anknüpfen will. Am 26. April startet das Radteam Run&Race-solar-pur schließlich beim Heimrennen in Passau-Patriching.